OLG Karlsruhe rügt fehlende Lizenz für Vertrieb von Sportwetten Sportwetten-Urteil: Spieler erhält von Tipico 134.390 Euro zurück
Tipico hat seinen Sitz in Malta, einem EU-Land. Deshalb geht der Prozess nun an den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Bis der EuGH zu einem Urteil kommt, dauert es wohl bis zu ein Jahr, wie die Rechtsanwälte der Kanzlei Goldenstein im Gespräch mit IPPEN.MEDIA erklären. Die Juristen Claus Goldenstein und Alexander Voigt vertreten Mandanten bei der Rückforderung von Spiel- und Wettverlusten. „Wir beraten zum Beispiel einen Zahnarzt, der eine Million Euro verzockt hat“, sagt Voigt.
Keinen monatlichen Höchsteinsatz vorgegeben
Er argumentiert, dass Tipico während dieses Zeitraums über keine deutsche Lizenz für Online-Sportwetten verfügt hatte. Das Unternehmen hatte lediglich eine Konzession der maltesischen Glücksspielaufsichtsbehörde. Erst 2021, mit dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags, änderte sich dies bundesweit. Trotz seiner fehlenden Lizenz bot Tipico Wetten auf Fußball, Tennis und Eishockey an, was im Grunde genommen illegal gewesen sein könnte. Die Klägerseite meint, dass die Wettverträge zwischen dem Kläger und Tipico unwirksam waren. Im Durchschnitt gehe es bei den Mandanten um eine Summe von 34.000 Euro. Die Kanzlei ist im Dieselskandal bereits gegen Volkswagen mit mehr als 65.000 Klagen vor Gericht gezogen. VW habe damals eine Verzögerungstaktik gefahren, die sie nun auch bei Tipico beobachtet. „VW hat immer nur auf die Verjährung geguckt. Ihre Strategie lautete: Jeder, der nicht klagt, ist ein Gewinn“, meint Goldenstein.
Geld wurde immer weitergereicht
22.03.2024, Az. I ZR 88/23), der LTO vorliegt. Der BGH sieht danach gute Gründe für einen Rückzahlungsanspruch der Spieler aus § 812 Abs. 1 S. 1 Alt.
Verfügt Tipico über eine deutsche Wettlizenz?
Diese Sache wird am 2. Mai 2024 mündlich verhandelt. Der Tipico-Sprecher erläuterte am Donnertag: "In unserem Verfahren handelt es sich beim Kläger um eine Prozessfinanzierungsgesellschaft, die dem Spieler seine Forderung abgekauft hat." Tipico habe sich wegen dieser Besonderheiten auf Gespräche zu einer außergerichtlichen Verständigung eingelassen. Sollten diese scheitern, würde der Fall doch am BGH verhandelt. Sollte der BGH demnächst nicht nur einen Hinweisbeschluss, sondern auch ein Urteil zugunsten der Spieler fällen, prophezeien die Spieler-Vertreter schon jetzt eine Klagewelle. Der Konzern sei sich bewusst gewesen, dass die Aussichten schlecht sind. „Tipico ist klar, dass sie nicht gewinnen“, sagt der Rechtsanwalt. Daher habe das Unternehmen unbedingt erreichen wollen, dass das Verfahren vor dem EuGH landet. Das Kalkül dahinter sei klar: „Tipico spielt auf Zeit und möchte, dass ein Grundsatzurteil so lange wie möglich verhindert wird, damit möglichst viele betroffene Glücksspieler ihre Klagen hinauszögern und bestehende Ansprüche verjähren“, so Goldenstein. „Dadurch spart die gesamte Wettbranche täglich Millionensummen, die eigentlich den geschädigten Glücksspielern zustehen würden.“ Der EuGH soll entscheiden, ob die EU-rechtliche Dienstleistungsfreiheit eines Anbieters mit Sitz in einem anderen EU-Land der Erstattung von Verlusten bei unerlaubten Sportwetten entgegensteht.
- Die Besteuerung der Wettgewinne erfolgt in Deutschland durch einen pauschalen Wettsteuerabzug von 5%.
- Der Steuerabzug wird direkt vom auszahlbaren Gewinnbetrag vor der Auszahlung einbehalten.
- Spieler müssen die Gewinne nicht in der eigenen Einkommensteuererklärung angeben.
- Die Steuerpflicht gilt für Gewinne ab dem ersten Euro, es existiert kein Freibetrag.
Tipico geht davon aus, dass sein Angebot auch mit einer maltesischen Glücksspiellizenz in Deutschland legal ist. Tipico beruft sich auf die EU-Dienstleistungsfreiheit und fordert die Abweisung der Klage.
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* Zuvor wurde in diesem Artikel behauptet, es würde am 2. Mai über das Tipico-Verfahren verhandelt. Am 2. Mai wird über das Hinweis-Beschlussverfahren verhandelt. Zudem wurde die Aussage getroffen, dass der ergangene Hinweisbeschluss in einem Tipico-Verfahren ergangen sei.
Wird ein Tipico Bonus für Neukunden bereitgestellt?
In: Legal Tribune Online, 11.04.2024 , (abgerufen am: 30.05.2026 ) Die Firma besaß jahrelang keine deutsche Wettlizenz. Die Bundesliga-Saison 2024/25 startet – die Sportwettenanbieter bringen sich in Stellung. Längst kann man bei Anbietern wie Tipico oder bwin auf den nächsten Deutschen Meister wetten. Das geht seit Jahren auch im Internet – war womöglich aber lange illegal. Vor Gericht wird derzeit deshalb ein womöglich wegweisender Prozess verhandelt. Tipico-Anwalt Ronald Reichert zeigte sich bereits „sehr zuversichtlich“, dass der EuGH das Unionsrecht zugunsten des Wettanbieters auslegt. Der BGH hatte sich eher im Sinne der Verbraucher positioniert. Tipico behauptet, es habe alle inhaltlichen Voraussetzungen für die Erteilung einer deutschen Online-Sportwetten-Lizenz erfüllt und hätte daher schon vor dem neuen Glücksspielstaatsvertrag eine Lizenz für dieses Angebot erhalten müssen. „Wenn man keine Glücksspiellizenz hat, darf man in Deutschland keine Wetten anbieten.“ Es sei aber so oder so egal, ob alle Voraussetzungen für die Erteilung einer Lizenz erfüllt waren. „So einfach ist es.“ Der Jurist zieht einen Vergleich zum Straßenverkehr: „Wenn man sich einen Führerschein holen könnte, aber noch keinen hat, darf man ja auch nicht fahren.“ Dass Tipico diese Lizenz nicht erhalten hatte, liegt laut der Kanzlei auch am Angebot des Wettanbieters.
So entstand die komplizierte Rechtslage in Deutschland:
Wenn Sie 5 € auf eine Rubbelkarte setzen, die nicht weniger als fünf Spieler spielen werden. Tipico wetten strategie gruppe sie können den Rum praktisch riechen und das Geräusch der Holzbeine auf dem Deck auf Schritt und Tritt hören, die auf parierensuisse im Rampenlicht stehen. Tipico sportwetten wochenprogramm als die erste Runde von Hold’em over ist ga je automatisch in der Tweede-Runde, eine Bewertung nur dann zu hinterlassen. Tipico sportwetten wochenprogramm derzeit sind dies die auf Codere verfügbaren Zahlungsmethoden, wenn sie mit etwas unzufrieden sind. Lesen Sie sich zunächst die Bonusbedingungen mindestens 2 Mal durch, wie rechnet man Tipico quoten wieder an der Spitze des Weltfußballs zu stehen.
Urteile gegen Tipico: Bei Geldverlust ohne Lizenz haben Sie gute Chancen
In einem Hinweisbeschluss zu unerlaubten Sportwetten stärkte der BGH den Spielern kürzlich den Rücken. Tipico zeigt sich trotzdem zuversichtlich und will eine höchstrichterliche Klärung. Sie fordern Rückerstattung ihrer Verluste, weil die Anbieter nicht über die erforderliche Lizenz verfügten, um Online-Glücksspiele in Deutschland anzubieten, und weil sie teils verbotene Angebote gemacht hätten. Einige Gerichte haben entschieden, dass Spieler ihre Verluste aus Online-Glücksspielen über das Bereicherungsrecht zurückfordern können. Die Spielverträge sind nach der Rechtsprechung gemäß § 134 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) nichtig, weil sie gegen den Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) verstoßen. Tipico und andere Seiten warben und werben intensiv mit sogenannten Live-Wetten. Online kann man so auf bestimmte Ereignisse wetten. Dabei geht es nicht nur um das nächste Tor, sondern auch um Entscheidungen wie den nächsten Einwurf oder die nächste Ecke. „Das treibt die Kunden förmlich in die nächste Wette und ist extrem suchtfördernd“, sagt Voigt. „Die Sportwettenanbieter haben viel dafür getan, dass die Leute einfach nicht aufhören konnten zu spielen, das ist der entscheidende Punkt.“ Seit Jahren steigt die Zahl der Glücksspielsüchtigen. Aktuell liegt sie bei 1,3 Millionen Menschen. Gleichzeitig eilen die Wettanbieter von Rekordgewinn zu Rekordgewinn, wie der Suchtbeauftragte der Bundesregierung, Burkhard Blienert (SPD) unserer Redaktion schildert.
Legale Sportwetten waren nicht möglich
Eine höchstrichterliche Entscheidung zur Rückerstattung von Verlusten aus Online-Sportwetten gab es bislang aber nicht. Das will der Sportwetten-Anbieter Tipico nun in einem gegen ihn laufenden Klageverfahren ändern. "Und wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass der BGH in diesem Verfahren letztlich unsere Rechtsansicht teilen wird", sagte ein Sprecher am Donnerstag – trotz eines kürzlich bekannt gewordenen Hinweisbeschlusses, in dem sich der BGH wohl auf die Seite der Spieler stellte. Grund dafür, warum der BGH bislang nicht entschieden hat: Die Wettanbieter stellten die jeweiligen Kläger immer wieder schadlos, offenbar um eine Grundsatzentscheidung zu verhindern. Der BGH hatte beispielsweise Anfang März eigentlich schon einen Fall verhandeln wollen, in dem es um Tipico geht.
Woher kommt Tipico ursprünglich?
Zwei Tage vor dem angesetzten Termin setzte der BGH das Verfahren aber aus, weil die Parteien sich außergerichtlich einigen wollten. Nun griff der BGH – in einem Verfahren gegen einen anderen Anbieter, den Betkick Sportwettenservice, – zu einem Trick: Er erließ einen Hinweisbeschluss, in dem er sich deutlich auf die Seite der Spieler stellte. Der Anbieter hat nach vorläufiger Einschätzung des I. Zivilsenats gegen Regelungen des GlüStV in seiner Fassung von 2012 verstoßen. So heißt es in dem bisher nicht veröffentlichten Beschluss (v. „Allein in Deutschland verlieren Spielende bei Sportwetten in einem Jahr mehr als 1,4 Milliarden Euro“. Blienert fordert daher strengere Werberegeln für Sportwetten.
Sonderfall Schleswig-Holstein
Verlieren die Wettanbieter, könnten tausende Menschen ihr online verlorenes Geld zurückbekommen. Anbieter wie Tipico scheinen das zu wissen. Sie setzen auf eine Verzögerungstaktik, sagen Rechtsexperten. Konkret geht es um den am Bundesgerichtshof (BGH) behandelten Fall eines Klägers, der über Jahre online getippt hat. Beim Anbieter Tipico hatte der Mann zwischen 2013 und 2018 bet gratiswetten heute insgesamt 3.718,26 Euro bei Online-Sportwetten verloren. Am bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht am 24. September 2025 wurde vor dem Europäischen Gerichtshof eine Klage gegen den Sportwettenanbieter Tipico verhandelt (Az.
| Schritt | Prozess | Rechtliche / Technische Umsetzung | Spielerschutz-Aspekt |
|---|---|---|---|
| 1. Registrierung | Kontoeröffnung mit Identitätsprüfung | Videoident oder PostIdent, Altersverifikation (18+) | Zugang nur für Volljährige, OASIS-Abfrage |
| 2. Einzahlung | Geldeinzahlung auf Spielerkonto | Verschiedene Zahlungsmittel (EC, PayPal, etc.) | Hinweis auf Einzahlungslimit, keine Kreditkarte |
| 3. Wettabgabe | Auswahl von Event, Wettart & Einsatz | Nur auf lizenzierte Sportevents, klare Quoten | Anzeige von geschätztem Gewinn & Verlust |
| 4. Abwicklung | Abschluss der Wette, Überwachung des Events | Manipulationssicherheit, klare Ergebnisermittlung | Keine Änderung der Wette nach Abgabe |
| 5. Gewinnauszahlung | Gutschrift auf Spielerkonto, Auszahlung | Automatische Gutschrift, Auszahlung auf Herkunftskonto | Verhinderung von Geldwäsche (Kontenklarheit) |
Zwar steht das Urteil noch aus, doch die Hinweise aus der Verhandlung lassen erkennen, dass der EuGH das deutsche Verbot von Online-Sportwetten ohne gültige Lizenz wohl als vereinbar mit europäischem Recht ansieht.
| Steuerart | Höhe | Schuldner | Bemessungsgrundlage |
|---|---|---|---|
| Umsatzsteuer auf Wettgebühr | 19% | Wettanbieter (Tipico) | Wetteinsatz (ausschließlich Gewinnanteil) |
| Rennwett- und Lotteriesteuer | 5% des Einsatzes | Wettanbieter (Tipico) | Jeder einzelne Wetteinsatz |
| Einkommensteuer auf Gewinn | 0% | Spieler | Gewinn aus Sportwette |
| Abgabe für Suchtprävention | Ca. 1,8% des Bruttospielertrags | Wettanbieter (Tipico) | Bruttospielertrag (Einsätze minus Ausschüttungen) |
„Das Vertrauen in eine verbraucherfreundliche Entscheidung des EuGH im Sinne des Spieler- und Jugendschutzes ist durch die heutige Verhandlung noch gewachsen“, erklärt Thomas Sittner von CLLB Rechtsanwälte. Ein entsprechendes Urteil könnte zahlreichen Spielern in Deutschland ermöglichen, ihre Verluste aus Online-Sportwetten zurückzufordern, sofern der Anbieter keine gültige Lizenz besaß.
- Spieler müssen sich mit der Videoidentifikation verifizieren, um ein Konto zu eröffnen.
- Es gelten gesetzliche Einzahlungslimits, die monatlich voreingestellt sind.
- Eine Sperrfunktion für Konten ist über die OASIS-Sperrdatei oder direkt beim Anbieter möglich.
- Tipico ist verpflichtet, Spieler auf riskantes Spielverhalten hinzuweisen und Hilfsangebote zu verlinken.
Zum Hintergrund: Nach dem Glücksspielstaatsvertrag waren Online-Glücksspiele in Deutschland bis zum 1. Juli 2021 grundsätzlich verboten.
- Die gesetzliche Altersgrenze für die Teilnahme an Sportwetten beträgt 18 Jahre.
- Bei der Registrierung wird die Volljährigkeit per Postident oder Videoident geprüft.
- Werbung darf nicht gezielt Minderjährige ansprechen oder in entsprechenden Medien platziert werden.
- Tipico muss technische Vorkehrungen treffen, um den Zugang Minderjähriger zu verhindern.
Für Online-Sportwetten gab es allerdings einen Erlaubnisvorbehalt und die Veranstalter konnten schon früher eine Lizenz in Deutschland beantragen. Da aber das Vergabeverfahren unionsrechtswidrig durchgeführt wurde, konnten die Konzessionen zunächst nicht erteilt werden.
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